Denkmal-Landschaft Peenemünde – Station 23 Schloss Pudagla (Karlshagen III)

Denkmal-Landschaft Peenemünde – Station 23 Schloss Pudagla (Karlshagen III)

Am Forschungsinstitut Peenemünde entwickelte Helmut Hölzer den sogenannten „Mixer“, den ersten autonomen Bordcomputer zur Steuerung eines Flugkörpers sowie einen elektronischen Analogrechner zur Simulation von Flugwegen. Nach der Bombardierung von Peenemünde durch die Royal Air Force im August 1943 wurde die Abteilung Hölzer unter dem Decknamen „Karlshagen III“ auf Schloss Pudagla verlegt. Der Analogrechner befand sich bis Anfang 1945 im Schlosskeller. Hoelzer selbst war im Forsthaus in Neu Pudagla untergebracht. Der Analogcomputer wurde 1946 in den USA eingeführt. Nach dem Krieg zog auch Hölzer in die USA und unterstützte Wernher von Brauns Raketenforschung in Fort Bliss und White Sands. 1960 wurde er IT-Direktor am Marshall Space Flight Center in Huntsville, Alabama.

Über das Schloss

Das Schloss ist ein weitgehend schmuckloser zweistöckiger Putzbau mit einer Grundfläche von 48,7 Metern Länge und 11,5 Metern Breite. Das Gebäude hat zwölf Achsen und einen runden Erker an der südwestlichen Ecke. Das Walmdach ist mit Fledermausgauben durchbrochen, während das Hauptportal mit Spitzbogen an der Südseite von Pilastern eingerahmt ist. Über dem Portal befindet sich ein rechteckiges Feld mit dem großen pommerschen Wappen mit neun Feldern und einer Inschriftentafel. An der Rückseite befindet sich ein risalitförmiger Vorbau mit einer gewölbten Wendeltreppe. Der Hauptgang, der einst als Eingang diente, hat ein Tonnengewölbe, der Sockel mit Kreuzgewölben in zwei Teilen.

Die Geschichte der Burg – ohne Kriegszeiten

1574 ließ Herzog Ernst Ludwig von Pommern die ehemalige Abtei des säkularisierten Klosters Pudagla als Witwenresidenz für seine Mutter Herzogin Maria von Sachsen (1515-1583) erweitern. Das herzogliche Amt von Pudagla wurde von der Burg aus verwaltet. Der letzte offizielle herzogliche Statthalter war Christoph von Neuenkirchen.

Nach dem Tod der Greifenherzöge wurde Pommern im Westfälischen Frieden zwischen Schweden und Brandenburg aufgeteilt. Das Büro von Pudagla wurde Eigentum der schwedischen Königskammer. Auch nach ihrer Abdankung gehörte Pudagla zu den Tischprodukten von Königin Christina. Gouverneur Peter Appelmann, der vorübergehend den Titel „Gouverneur der Stände der Königin“ innehatte, saß bis 1668 auf Schloss Pudagla.

Mit dem offiziellen Übergang von der Insel Usedom zu Preußen ging Pudagla in den Besitz der preußischen Krone über. Von 1731 bis zu seiner Umwandlung in ein Mietbüro im Jahr 1824 war Pudagla Sitz des Generalpächters und des Gerichtsvollziehers.

Das Haus dient seit DDR-Zeiten als Restaurant.

Wo liegt das Schloss Pudagla?

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